Pantheismus – Was ist das?

In diesem Blog-Eintrag geht es um den Pantheismus. Der Pantheismus ist eine der ältesten Religionsformen, wenn nicht sogar die Älteste überhaupt.

Der Pantheismus ist die religiöse Überzeugung, dass alles Gott ist. Gott ist dabei die Bezeichnung für die schöpferische Urkraft, die in allen Dingen steckt und aus der alles Leben hervorgeht.

Gott ist das Unendliche im Unendlichen, die Allgegenwart in allem, nicht über dem Universum oder außerhalb desselben, sondern auf höchste Weise in allem anwesend, allem immanent.
Giordano Bruno (1548 – 1600)

Pantheisten und Pantheistinnen sind davon überzeugt, dass nicht eine Schöpfergottheit “von außen” die Welt erschaffen hat, sondern, dass das Universum selbst schöpferisch ist. Alles Leben ist schöpferisch, so wie auch wir Meschen in unserem Tun schöpferisch sind. Somit glauben wir auch an eine schöpferische Evolution im Sinne der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie.

Kurz gesagt ist das ganze Leben ein schöpferisch-göttlicher Prozess ohne Anfang und Ende,  an diesen wir als Lebewesen teilnehmen, aber auch mitgestalten (können).

Es gibt kein Vergangenes, auf das man zurücksehnen darf, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen der Vergangenheit gestaltet, und die echte Sehnsucht muß stets produktiv sein, ein Neues, Besseres zu schaffen.
Giordano Bruno (1548 – 1600)

Das Ziel des Pantheismus ist der Einklang des Menschen und aller Lebewesen mit dem Universum. Der Einklang kann durch Meditation und schöpferischen Handeln erreicht werden. Meditation ist dabei ein Prozess des Bewusstwerdens der eigenen schöpferischen Kräfte und Wiederherstellung des schöpferischen Handelns.

Folgende indische Spruchweisheit gibt den Glauben von PantheistInnen anschaulich wieder:

Gott schläft in den Steinen,
Gott atmet in den Pflanzen,
Gott träumt in den Tieren
und Gott erwacht im Menschen.