Wer oder was ist Gott für Pantheisten und Pantheistinnen?

In diesem Blog-Beitrag bekommt ihr einen Einblick, wer oder was Gott für Pantheisten und Pantheistinnen ist bzw. was Göttlichkeit für Pantheisten und Pantheistinnen bedeutet.

Bei diesem Artikel handelt es sich lediglich um einen groben Überblick über den Gottesglauben von PantheistInnen. Jedoch sind dies keine allgemeingültigen Lehrmeinungen von PantheistInnen. Es gibt durchaus sehr unterschiedliche Pantheismen mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Jedoch gibt es einen Konsens, was Pantheismus bedeutet. Und zwar glauben alle PantheistInnen, dass Gott und die Welt und alles, was existiert, mit Gott ident ist. Alles ist somit Gott. Dies ist für PantheistInnen auf der ganzen Welt ein unumstößliches Dogma.

Viele Menschen stellen sich unter Gott, manchmal auch Allah oder Yahwe genannt, als einen allmächtigen Schöpfer, Herrscher, Gesetzgeber oder Ähnliches vor. Manche Menschen versuchen diesen Gott auch zu besänftigen oder zu beeinflussen in dem sie sich möglichst positiv, freundlichen oder gerecht verhalten oder ihm Opfer und Geschenke machen.

Im Pantheismus gibt es keinen Gott, der Wünsche, einen Willen oder etwas Ähnliches hat. Er teilt sich nicht mit oder macht sich durch Offenbarung bemerkbar, denn dieser Gott, von dem im Absatz oberhalb die Rede ist, existiert nicht oder nur in den Gedanken bzw. den Köpfen von Menschen. Es/ Sie/ Es ist das Konstrukt von Menschen und deren Wunschdenken.

Im Pantheismus dagegen ist Gott bzw. die Göttlichkeit jedoch ein Zustand oder eine Metapher für eine Kraft, die das Leben zum Leben macht, jedoch in allen Dingen, in jedem Atom existiert. Es ist das, was das Leben zum Leben macht und das Leben fortschreiten lässt. Diese Kraft bewegt nicht, sondern sie ist die Bewegung im hier und jetzt. Jedoch ist diese Kraft keine Energie, so wie sich das EsoterikerInnen gerne wünschen oder vorstellen, sondern ein Zustand der Erkenntnis und des Seins. Jedoch ist diese Erkenntnis oder dieser Zustand niemals etwas Übernatürlich oder wissenschaftlich Unerklärliches, so wie das religiöse und spirituelle Scharlatane gerne hätten oder behaupten.

Das Göttliche – metaphorisch gesprochen – ist im Pantheismus die reinste Realität des Seins. Es ist bewusstes Erkennen des Lebens und des eigenen Seins und der Umwelt von der wir umgeben sind.

Der Pantheismus ist ein Weg auf dem wir uns der Wirklichkeit (=Göttlichkeit des Lebens) immer mehr bewusst werden. Je bewusster wir die Welt erkennen und wahrnehmen, desto göttlicher wird das Leben. Dies Göttlichkeit alles Seins wird dadurch immer klarer, jedoch ist die Göttlichkeit das Sein und eine Art eins-werden mit dem Universum. Es ist jedoch keine Aufgeben der eigenen Existenz, sondern viel mehr ein Bewusstwerden der eigenen Existenz und die Kraft der Erkenntnis.

Je klarer und bewusster wir uns werden, desto handlungsfähiger werden wir und desto mehr haben wir die Möglichkeit, ja sogar die Pflicht, das Leben um uns herum zu einem besseren Ganzen zu machen. Das Ziel ist die absolute Harmonie – Gleichklang – des Lebens, jedoch mit den vielfältigsten Erscheinungsformen des Daseins, die das Zusammenspiel der Harmonie zu einem bunten Regenbogen mit all seinen Farben gestalten.

Der Pantheismus ist keine Religion des Glaubens, in dem wir auf einen Gott oder einer ähnlichen Person vertrauen. Viel mehr ist es unser Handeln, das entscheident ist! Wie wir handeln beeinflusst unser Leben und das Leben um uns herum. Je bewusster wir uns dem werden und je besser wir unser auf Göttlichkeit ausrichten, desto eher können wir den Zustand der Harmonie erreichen.

Ein weiteres Ziel des Pantheismus ist die Bewusstwerdung von Abhängigkeiten. Je mehr wir uns unbewusst abhängig machen lassen (zum Beispiel von abhängig machenden, Religionen, esoterischen Praktiken, Gottheiten, religiösen FührerInnen, usw.) desto mehr verlieren wir die Kontrolle über unser Leben und somit über den Zustand unseres Lebens. Statt dem Bewusstwerden des Seins werden wir immer mehr von Gedanken anderer Menschen, abhängig machenden Religionen, esoterischen Praktiken, Gottheiten, religiösen FührerInnen infiltriert und manipuliert.

Kurz gefasst ist Gott bzw. das Göttlichkeit im Pantheismus eine Eigenschaft des Seins, das das Leben zum Leben macht. Harmonie erreichen wir nicht durch Glauben, sondern durch das Bewusstwerden des Seins und vor allem des eigenen Lebens. Wir müssen uns jedoch auch der Abhängigkeiten des Lebens bewusst werden, damit wir unabhängiger und unmanipulierbarer werden.

Freireligiöse Buchtipps

Pantheismus

  • Martin Sagel – Alles Eins

Ethik und Moral

  • Albert Schweitzer: Ehrfurcht vor dem Leben

Rund um das Thema Religion

  • Friedrich Schleiermachen: Über die Religion

Das pantheistische Gottesverständnis

Wer ist Gott? Was ist das Göttliche?

Jede Religion hat unterschiedliche Antworten auf diese Fragen. Auch der Pantheismus.

Das pantheistische Gottesverständnis

Gott bzw. das Göttliche kann als Schöpfer und Urgrund, vor jedem Sein gesehen werden. Gott bzw. das Göttliche kann aber auch als Gesamtheit alles Seins gesehen werden, in dem alles was ist, als Gott bzw. das Göttliche gesehen wird. Im Pantheismus ist das Zweite der Fall.

Im Pantheismus wird Gott bzw. das Göttliche in allem, was ist, gesehen und nicht bloß als Gott, der irgendwann und irgendwo etwas erschaffen hat. Alles Sein ist im Pantheismus ein schöpferisches Sein bzw. ein schöpferischer Vorgang, aus dem sich neues Leben entwickelt.

Die göttliche Natur

Da wir Menschen es gewohnt sind, alles, was uns umgibt, Natur zu nennen, so wird im Pantheismus die Natur mit Gott gleichgesetzt. Für Pantheisten und Pantheistinnen ist Gott die Natur bzw. die Natur Gott.

Die Urkraft

Viele PantheistInnen glauben auch, dass in allem, was ist eine göttliche Urkraft steckt. Das Wort Urkaft ist auch eine Umschreibung für die religiöse Auffasung, das in allem, was ist, Gott ist. Diese Urkaft ist das, was alles Leben zum Leben macht und voranschreiten lässt. Die Urkaft ist der Motor des Universums, der in allem Dingen steckt.

Pantheismus – Was ist das?

In diesem Blog-Eintrag geht es um den Pantheismus. Der Pantheismus ist eine der ältesten Religionsformen, wenn nicht sogar die Älteste überhaupt.

Der Pantheismus ist die religiöse Überzeugung, dass alles Gott ist. Gott ist dabei die Bezeichnung für die schöpferische Urkraft, die in allen Dingen steckt und aus der alles Leben hervorgeht.

Gott ist das Unendliche im Unendlichen, die Allgegenwart in allem, nicht über dem Universum oder außerhalb desselben, sondern auf höchste Weise in allem anwesend, allem immanent.
Giordano Bruno (1548 – 1600)

Pantheisten und Pantheistinnen sind davon überzeugt, dass nicht eine Schöpfergottheit “von außen” die Welt erschaffen hat, sondern, dass das Universum selbst schöpferisch ist. Alles Leben ist schöpferisch, so wie auch wir Meschen in unserem Tun schöpferisch sind. Somit glauben wir auch an eine schöpferische Evolution im Sinne der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie.

Kurz gesagt ist das ganze Leben ein schöpferisch-göttlicher Prozess ohne Anfang und Ende,  an diesen wir als Lebewesen teilnehmen, aber auch mitgestalten (können).

Es gibt kein Vergangenes, auf das man zurücksehnen darf, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen der Vergangenheit gestaltet, und die echte Sehnsucht muß stets produktiv sein, ein Neues, Besseres zu schaffen.
Giordano Bruno (1548 – 1600)

Das Ziel des Pantheismus ist der Einklang des Menschen und aller Lebewesen mit dem Universum. Der Einklang kann durch Meditation und schöpferischen Handeln erreicht werden. Meditation ist dabei ein Prozess des Bewusstwerdens der eigenen schöpferischen Kräfte und Wiederherstellung des schöpferischen Handelns.

Folgende indische Spruchweisheit gibt den Glauben von PantheistInnen anschaulich wieder:

Gott schläft in den Steinen,
Gott atmet in den Pflanzen,
Gott träumt in den Tieren
und Gott erwacht im Menschen.

Religion für Atheisten – Alain de Botton im Gespräch

Religion und Moderne – Passt das zusammen? Können auch Atheisten und Religionskritiker von den Religionen profitieren?

Viele Hardcore-Atheisten würden das bestreiten. Alain de Botton versucht stattdessen, Religionen auch als Quelle für die heutige Zeit fruchtbar zu machen. Neben Dogmatik und blindem Glauben bieten Religionen auch viele nützliche Dinge, wie Rituale, Gebete, Predigen, usw.

Da wir als Pantheistische Religion in Österreich, die sowohl PantheistInnen, als auch allen religionsinteressierten Menschen offen stehen, wollen wir alle dazu einaladen, dem Philosophen Alain de Botton zu lauschen!

Viel Spaß dabei wünsch die Pantheistische Religion in Österreich!