Das pantheistische Gottesverständnis

Wer ist Gott? Was ist das Göttliche?

Jede Religion hat unterschiedliche Antworten auf diese Fragen. Auch der Pantheismus.

Das pantheistische Gottesverständnis

Gott bzw. das Göttliche kann als Schöpfer und Urgrund, vor jedem Sein gesehen werden. Gott bzw. das Göttliche kann aber auch als Gesamtheit alles Seins gesehen werden, in dem alles was ist, als Gott bzw. das Göttliche gesehen wird. Im Pantheismus ist das Zweite der Fall.

Im Pantheismus wird Gott bzw. das Göttliche in allem, was ist, gesehen und nicht bloß als Gott, der irgendwann und irgendwo etwas erschaffen hat. Alles Sein ist im Pantheismus ein schöpferisches Sein bzw. ein schöpferischer Vorgang, aus dem sich neues Leben entwickelt.

Die göttliche Natur

Da wir Menschen es gewohnt sind, alles, was uns umgibt, Natur zu nennen, so wird im Pantheismus die Natur mit Gott gleichgesetzt. Für Pantheisten und Pantheistinnen ist Gott die Natur bzw. die Natur Gott.

Die Urkraft

Viele PantheistInnen glauben auch, dass in allem, was ist eine göttliche Urkraft steckt. Das Wort Urkaft ist auch eine Umschreibung für die religiöse Auffasung, das in allem, was ist, Gott ist. Diese Urkaft ist das, was alles Leben zum Leben macht und voranschreiten lässt. Die Urkaft ist der Motor des Universums, der in allem Dingen steckt.

Pantheismus – Was ist das?

In diesem Blog-Eintrag geht es um den Pantheismus. Der Pantheismus ist eine der ältesten Religionsformen, wenn nicht sogar die Älteste überhaupt.

Der Pantheismus ist die religiöse Überzeugung, dass alles Gott ist. Gott ist dabei die Bezeichnung für die schöpferische Urkraft, die in allen Dingen steckt und aus der alles Leben hervorgeht.

Gott ist das Unendliche im Unendlichen, die Allgegenwart in allem, nicht über dem Universum oder außerhalb desselben, sondern auf höchste Weise in allem anwesend, allem immanent.
Giordano Bruno (1548 – 1600)

Pantheisten und Pantheistinnen sind davon überzeugt, dass nicht eine Schöpfergottheit “von außen” die Welt erschaffen hat, sondern, dass das Universum selbst schöpferisch ist. Alles Leben ist schöpferisch, so wie auch wir Meschen in unserem Tun schöpferisch sind. Somit glauben wir auch an eine schöpferische Evolution im Sinne der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie.

Kurz gesagt ist das ganze Leben ein schöpferisch-göttlicher Prozess ohne Anfang und Ende,  an diesen wir als Lebewesen teilnehmen, aber auch mitgestalten (können).

Es gibt kein Vergangenes, auf das man zurücksehnen darf, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen der Vergangenheit gestaltet, und die echte Sehnsucht muß stets produktiv sein, ein Neues, Besseres zu schaffen.
Giordano Bruno (1548 – 1600)

Das Ziel des Pantheismus ist der Einklang des Menschen und aller Lebewesen mit dem Universum. Der Einklang kann durch Meditation und schöpferischen Handeln erreicht werden. Meditation ist dabei ein Prozess des Bewusstwerdens der eigenen schöpferischen Kräfte und Wiederherstellung des schöpferischen Handelns.

Folgende indische Spruchweisheit gibt den Glauben von PantheistInnen anschaulich wieder:

Gott schläft in den Steinen,
Gott atmet in den Pflanzen,
Gott träumt in den Tieren
und Gott erwacht im Menschen.